WegWorte

Ankommen / Wegworte 04

Der Herr brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
(Deuteronomium 26,9)



Matej Metlikoviè;
Das gelobte Land, Laibach 1996
Das vierte von zwölf Bildern des "Biblischen Zyklus"

Das Bild ist eine Blütenlese zum Thema Segen. Die Gemeinschaft von Mann und Frau sowie ein Leben in Frieden, Wohlstand und Überfluss sind in der Bibel sichtbarer Ausdruck des göttlichen Wohlwollens.


Die Bibel erzählt von Menschen auf dem Weg in ein gelobtes Land. Rückschläge verzögern die Ankunft um geraume Zeit. Gott und Mensch lernen einander unterwegs näher kennen. Nach vierzig Jahren ist die Zeit der Wanderschaft zu Ende. Das Ziel ist erreicht.

Ankommen, innehalten, sich erinnern und danken. Damals wie heute nehmen Menschen oft große körperliche Anstrengungen in Kauf, um zu Fuß zu einem heiligen Ort zu pilgern. Der Gleichklang von Atem und Schritt ordnet langsam die Gedanken. Man beschränkt sich auf das Nötigste, um nicht unterwegs unter der Last des Nebensächlichen zusammenzubrechen. Schließlich erscheint der ersehnte Ort am Horizont. Man ist angekommen. Die Mühe des Weges scheint vergessen. Man setzt den letzten Schritt und überschreitet die Schwelle des Heiligtums. Allmählich durchdringt der Ort auch den letzten Winkel der Seele. Man hält inne. Die Erinnerung taucht ein in heiliges Schweigen. Was früher war, scheint wie verwandelt. Dankbar holt die Seele Atem und stimmt ein in das Gebet jener, die ebenfalls angekommen sind.

Was wäre das Leben ohne Feiertage? Sie sind wie Pilgerstätten im Strom der Zeit. Sie rufen von der Arbeit nach Hause. Nicht Menschen, die Großartiges leisten, sondern jene, die loslassen und ankommen können, sind ihre Helden. Menschen schenken einander das kostbarste - ihre Zeit. Nach dem Lärm des Alltags kommt nun der Moment, innezuhalten und zurückzublicken. Was im Trubel der Woche leicht übersehen wird, gibt Anlass, danke zu sagen. Ich beginne, zu danken. Ich fange an, zu leben.

Bibelstelle
Lesen Sie zur Vertiefung Deuteronomium 8,1-18.

Zum Nachdenken
Wofür können Sie dankbar sein, wenn Sie auf Ihren Tagesablauf blicken? Danken Sie Gott und Ihren Mitmenschen für das Gute, das Sie täglich erfahren.
Was haben Sie in Ihrem Leben durch mühevolle Arbeit erreicht und was ist Ihnen einfach zugefallen?
Denken Sie an die glücklichen Stunden Ihres Lebens.
Nehmen Sie sich Zeit, danke zu sagen! Vielleicht können Sie es gemeinsam mit Menschen tun, die Ihnen nahe stehen. Vielleicht im Rahmen einer kleinen Wallfahrt.




 


















   
   
   

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