WegWorte

Was ist der Mensch? / Wegworte 06

Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, hast ihm alles zu Füßen gelegt.
(Psalm 8,4-7)



Matej Metlikoviè;
Was ist der Mensch?, Laibach 1996
Das sechste von zwölf Bildern des "Biblischen Zyklus"

Das Bild stellt den Menschen angesichts des unermesslichen Kosmos dar. Das Staunen über den gestirnten Himmel mündet in die Frage: Was ist der Mensch?


Der gestirnte Himmel gehört wohl zu den beeindruckendsten Erfahrungen, die uns die Natur zu bieten hat: Die Luft ist kalt und klar. Kein Dunst und kein künstliches Licht trüben den Blick nach oben. Der tiefschwarze Himmel breitet sich wie eine Decke aus Samt vor uns aus. Er ist bestückt mit Millionen von Sternen. Die Milchstraße liegt wie ein lichter Nebel über dem Firmament. Der Anblick zieht uns in seinen Bann. Er lässt uns nicht mehr los. Der unendliche Raum verbietet uns schweigend, in seine Tiefen zu dringen. Wir ahnen: Vieles bleibt uns für immer verborgen. Die unermessliche Größe und Weite machen uns klein.

Wie alt mag dieses Universum wohl sein? Die Zahl der Jahre liegt jenseits unseres Denkens. Die Fülle an Raum und Zeit gebiert unwillkürlich die Frage: Was ist der Mensch? Ein kleines Staubkorn in den Weiten des Alls? Ein Wimpernschlag im Ozean der Zeit? Unser Leben, unsere Fragen werden plötzlich unbedeutend und nichtig angesichts des Überflusses an Raum und Zeit, dem wir fast hilflos gegenüberstehen. Was also ist der Mensch? Ein klein wenig mehr als nichts?

Die Bibel hält der überwältigenden Erfahrung des gestirnten Himmels eine nahezu dreiste Antwort entgegen. Der Mensch ist trotz seiner Endlichkeit und scheinbaren Bedeutungslosigkeit das Abbild Gottes in dieser Welt. Er muss sich seine Würde nicht erarbeiten oder verdienen. Sie ist ihm geschenkt. Er kann sie nicht verlieren. Diese Zusage steht am Beginn des Lebens und gilt bis zum letzten Atemzug.

Bibelstelle
Lesen Sie zur Vertiefung Genesis 1,1-2,4a und beten Sie im Anschluss den Psalm 8.

Zum Nachdenken
Gönnen Sie sich die Zeit, in einer klaren Nacht den gestirnten Himmel zu betrachten.
Welche Gedanken und Gefühle regen sich in Ihnen?
Wie lautet Ihre Antwort auf die Frage: Was ist der Mensch?





 


















   
   
   

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