WegWorte

Das Unterpfand der Fülle / Wegworte 09

In jener Zeit sprach Jesus: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.
(Markus 4,30-32)



Matej Metlikoviè;
Das Gleichnis vom Senfkorn, Laibach 1996
Das neunte von zwölf Bildern des "Biblischen Zyklus"

Das Bild stellt Jesus als Künder des Reiches Gottes dar. Das Grün deutet auf die Senfpflanze hin, mit der Jesus das Reich Gottes vergleicht.


Gott beginnt im Kleinen. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Seine Bühne ist nicht das große Welttheater. Er wendet sich zunächst einigen wenigen Menschen - Abraham und seinen Nachkommen - zu, später einem unbedeutenden Volk - Israel - in einem unruhigen Winkel der Erde. Sein Sohn kommt nicht im Mittelpunkt der Macht, sondern in einem Städtchen am Rande des römischen Reiches zur Welt. Die kleinen Leute abseits der Zentren von Politik und Religion hören als Erste seine Botschaft. Was er sagt, ist wahrlich eine gute Nachricht. Es ist soweit. Das Kommen Gottes ist nahegerückt. Ändert euer Leben und glaubt!

Wer Gott kennt, weiß, dass sich die Dinge auch jetzt nicht schlagartig ändern. Jesus vergleicht das Reich Gottes mit dem kleinsten aller Samenkörner, dem Senfkorn. Es ist unscheinbar. Man muss genau hinsehen, um es überhaupt zu entdecken. Dennoch wohnt ihm eine Kraft inne, die darauf drängt, sich zu entfalten. Der Same, kaum größer als ein Staubkorn, wird zum Lebensbaum. Sein Schatten spendet Schutz vor der Glut der Mittagssonne. Der Bereich Gottes - ein Ort, an dem man gerne einkehrt, einander begegnet und gemeinsam zur Ruhe kommt.

Jesus lädt ein, das Kleine nicht gering zu schätzen. Die kurzen Augenblicke des Glücks, die aufflackernde Sehnsucht nach einer besseren Welt, die unscheinbaren Anfänge - sie sind das Unterpfand der Fülle, die Gott jenen bereitet hat, die ihn lieben.

Bibelstelle
Lesen Sie zur Vertiefung Markus 4,1-34.

Zum Nachdenken
Nehmen Sie sich Zeit für die Menschen und Dinge, die Sie umgeben.
Welche kleinen Dinge des Lebens erfüllen Sie mit Freude und Zuversicht?
Was soll sich in Ihrem Leben noch entfalten?



 


















   
   
   

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